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Lampenbau

 

Optimismus ist die Basis des Gelingens,

dachte ich, und machte mich an's Werk - im wahrsten Sinne des Wortes.

Eine Tiffany-Lampe ist nicht einfach eine Lampe, sondern tatsächlich ein Kunstwerk. Der Bau einer solchen Lampe erfordert viel Know-How und Fingerspitzengefühl, viel Phantasie und ein geübtes Auge für Farben und Formen - und last but not least viel, viel Zeit und Geduld. Damit Sie sich ein besseres Bild von den vielen Einzelschritten machen können, die der Bau einer Tiffany-Lampe erfordert, habe ich für Sie hier eine Fotogalerie erstellt, die die einzelnen "Bauphasen" dokumentiert.

 

1. Als erstes muss das Motiv entworfen werden. Am besten auf Millimeterpapier oder zumindest einem karierten Blatt, damit die Winkel auf jeden Fall stimmen. Geodreieck, Lineal, Zirkel sind dabei unentbehrlich, es muss jedoch auch freihändig gezeichnet werden. Danach werden die Teile sowohl auf Schablonenfolie als auch auf das Glas übertragen.

 

2. Normalerweise muss jedes Detail separat aufgezeichnet werden. Aber da ich die Motive entsprechend entworfen hatte, konnte ich sie gruppenweise auf das Glas übertragen. Das erspart natürlich eine Menge Zeit. Dabei kam mir auch die Marmorierung dieses wunderbaren Glases entgegen, da die Farben zufällig so angeordnet waren, dass sie diese gruppenweise Aufzeichnung erlaubten. Das ist nicht immer so, und dann gilt es, die Einzelteile so aufzuzeichnen, dass zum einen die Farben perfekt zum Motiv passen, zum anderen der Glasverbrauch so minimal wie möglich gehalten wird - Glas ist teuer, man kann es nicht verschwenden - und drittens der Abstand zwischen den Einzelteilen dennoch so groß ist, dass mit dem Glasschneider noch sinnvoll hantiert werden kann. Nummerieren nicht vergessen, sonst steht man nach dem Zuschnitt vor einem fast unlösbaren Puzzle, denn das Glas hat keine einfarbige, sondern ebenfalls eine bunte Rückseite, so dass Vorder- und Rückseite ohne Kennzeichnung oft nicht unterschieden werden kann.

 

 3. Nun werden die Teile grob zugeschnitten und schon mal farblich gut passend in Reihe gelegt. Eventuell muss die Nummerierung nochmal überarbeitet werden.

 

4. Langsam wird's verwirrend: die Gruppenmotive wurden inzwischen in ihre Einzelteile zerlegt, sprich: mit dem Glasschneider grob ausgeschnitten und mit der Kröselzange einigermaßen in Form gebracht. Es muss darauf geachtet werden, dass die Einzelteile der sechs Gruppen möglichst zusammen bleiben. Die sechs Gruppen resultieren daraus, dass die Lampe am Ende ein Hexagon sein soll...

 

5. Möglichst genauer Zuschnitt ist erforderlich, um nachher beim Schleifen den Diamantschleifkopf zu schonen - und somit Kosten zu sparen, denn die Schleifköpfe sind nicht gerade billig. Bei geraden Linien und Außenkurven ist das kein Problem, schwieriger wird es bei Innenkurven, denn das Glas macht oft, was es will und zieht seine eigenen Kurven. Dann heisst es: Glasbruch! Und das Ganze von vorne...

 

6. Schleifen. Ein Thema für sich. Glas ist scharf. Es schneidet durch Finger wie durch Butter... Immer wieder muss die ganz zu Anfang erstellte Schablone auf das Glasteil gelegt werden, um dieses und jenes kleinste Eckchen zu erkennen, das noch weggeschliffen werden muss. Es geht um Zehntelmillimeter.

 

7. Bereits während des Schleifvorgangs werden die exakt in Form geschliffenen Teile auf die Vorlage gelegt um zu verhindern, dass sie nach dem Folieren doch nicht zusammenpassen. Wenn die Seiten exakt aneinander liegen, kann jedes Glasteil einzeln mit Kupferfolie umwickelt werden. Dies ist notwendig, da sich Glas als solches nicht löten lässt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kupferfolie so fest wie möglich angedrückt wird. Ist dies nicht der Fall, läuft später das heisse Zinn unter die Folie - Instabilität ist die Folge.

 

8. Wenn alle Teile passen, werden sie durch kleine Lötpunkte provisorisch miteinander verbunden.

 

 

9. Hier nochmal im Detail.

 

10. Und hier sind jetzt alle sechs Seiten des Hexagons punktgelötet. Bleibt zu hoffen, dass die Teile nun auch nahtlos aneinender passen... Dabei kann einem schon mal ziemlich warm werden.

 

11. Beim nächsten Schritt werden alle Nähte auf der Vorderseite flach gelötet...

 

 

12. ... wiederum bei allen 6 Lampenseiten.

 

 

13. Auch hier nochmal im Detail.

 

 

14. Und nun dieselbe Arbeit auf der Rückseite: alle Teile flach zusammenlöten. Bei diesem Foto erkennt man auch, wie verschieden die Gläser oft auf der Vorder- und der Rückseite sein können.

 

15. Wenn alle Seiten sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite durch flache Lötnähte miteinander verbunden sind, wird in langsamen Schritten und mit viel Geduld und einer ruhigen Hand eine halbrunde Lötnaht aufgebracht. Normalerweise wird diese Arbeit nur auf der Vorderseite verrichtet, denn es ist kaum wahrscheinlich, dass später jemand den Lampenschirm von innen betrachtet. Aber ich bin Perfektionist - ich löte auch innen halbrund.

 

 

16. Der nächste Schritt ist wohl der diffizilste von allen: die Lampe aufrichten und vorab provisorisch an die Lampenkappe löten. Hierzu gibt es zwei oder drei Tricks, die aber alle nicht funktionieren. Man braucht schlichtweg vier Hände dazu. Dann klappen auch die Tricks. Und dann heisst es ganz schnell punktlöten und danach flach. Und dann passiert es: die Lötnähte werden eine Katasrophe...

 

17. Das hat ja gerade noch gefehlt! Ich habe meine Lötspitze zu Tode gelötet. Sie hat ein Loch, und das so kurz vor dem Ziel! Das bedeutet: Zwangspause. Wir wohnen auf dem Land, da gibt es nicht mal so eben eine Ersatzlötspitze im "Fachgeschäft" an der Ecke!

 

18. Internet und der neuen Lötspitze sei Dank! Es kann weitergehen! Jetzt kommt die untere Kante dran: erst vorne, dann hinten, und dann unten. Dreimal komplett im Kreis herum.

 

19. Anschließend muss die Lampenkappe komplett verzinnt werden. Das Messing nimmt das Zinn nur schwer an. Die Fläche ist einfach zu groß, und die Wärme, die das Zinn zum gleichmäßigen Zerfließen braucht, ist hier schlichtweg nicht gegeben. Mühsam, sehr mühsam, diese Arbeit.

 

20. Na, das kann sich doch sehen lassen!

 

21. Nicht zum Tadel, nur zur Übung wird nun auch außen Gold zu Silber gemacht, bzw. die Messingkappe verzinnt, damit später die Patina ihre Pflicht erfüllen kann.

 

 

22. Stunden später sind dann endlich alle Seitennähte halbrund gelötet und auch die Lampenkappe sitzt in einem hübschen halbrund verlöteten Bett.

 

23. So langsam kommt das Ziel in Sicht. Patinieren ist eine recht entspannende Arbeit und es macht Freude, wenn man sieht, wie sich das Zinn dunkel färbt.

 

24. Dasselbe noch innen. Schön wird sie, die Lampe.

 

25. Die beiden letzten Schritte vor dem Zusammenbau: gründlich abschrubben und last but not least: polieren. Mit einem speziellen Antioxidationsmittel, damit ihr die Luftfeuchtigkeit nichts anhaben kann.

 

 

26. Ladies and Gentlemen... hier ist es nun, das prachtvolle Kunstwerk... das ich mit viel Geduld und Liebe zum Detail zusammengebaut habe. Und keineswegs für 20,-- Euro verkaufen werde. Auch nicht für 50,--. Dazu sind die Massenproduktionen da. Nicht aber das Kunsthandwerk.

 

 

Ich bedanke mich für Ihr Interesse  an meiner Arbeit und möchte an dieser Stelle gern noch an den größten Glaskünstler aller Zeiten erinnern: Louis Comfort Tiffany, der die geniale Idee hatte, Glas durch Umwicklung mit Kupferfolie in wahre Meisterwerke zu verwandeln. Näheres zum Leben und Schaffen dieses einzigartigen Künstlers finden Sie im Menü unter der Rubrik "Kunsthandwerk."

 

 

 

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Angelika Ringwald

   

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